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Bundesagentur für Arbeit hat sich verrechnet.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat Freitag die Zahlen der Widersprüche und Klagen für das Jahr 2017 bekannt gegeben.

Es sind im Jahr 2017, 639.100 Widersprüche und 111.600 Klagen eingereicht worden.

 

In diesen Zahlen wurden jedoch die Widersprüche und Klagen der 105 Jobcenter der kommunalen Träger nicht mitberücksichtigt.

Rechnet man diese dazu, kommt man auf 800.000 bis 900.000 Widersprüche von denen fast jeder zweite Erfolg hatte.

Bei den Klagen gegen die Jobcenter wurden gut ein Drittel der Prozesse ganz oder teilweise gewonnen, bzw. die BA hat nachgegeben und somit eingestanden unrechtmäßig gehandelt zu haben.

Robert Schwedt, Mitglied im SprecherInnerat der Bundesarbeitsgemeinschaft Hartz IV meint dazu, „Dass die BA nicht rechnen, kann sieht man jeden Monat an den Erwerbslosenzahlen die sie herausgibt. Hier werden Monat für Monat fast 1 Million Menschen aus der Statistik gerechnet, weil sie „offiziell“ aus diversen Gründen nicht als Erwerbslos gelten, faktisch aber trotzdem Erwerbslos sind.“

Diese Rechenschwäche ist augenscheinlich ansteckend, denn auch die Jobcenter leiden unter ihr. Es ist anzunehmen das fast jeder zweite Leistungsbescheid fehlerhaft ist und nur deshalb nicht angefochten wird, weil er so unverständlich ist, dass viele Erwerbslose mit dem Lesen der Bescheide überfordert sind, oder aus Angst vor Repressalien nicht gegen sie vorgehen.

Dagmar Maxen, Mitglied im SprecherInnerat der Bundesarbeitsgemeinschaft Hartz IV führt dazu aus, „Aus meiner Beratungspraxis weiß ich, dass wir immer nur die Spitze des Eisbergs sehen, da sich viele Erwerbslose scheuen eine Beratungsstelle aufzusuchen, um ihre Bescheide überprüfen zu lassen.

Die Fehler die wir in den Bescheiden finden sind stellenweise haarsträubend.“

Wenn Erwerbslose so schlecht rechnen könnten wie die BA und die Jobcenter, wäre schon längst eine Maßnahme zur Integration in Arbeit fällig, in denen man ihnen die Grundrechenarten nahebringen würde.

Eventuell wäre diese Maßnahme ja auch mal für die MitarbeiterInnen der BA und der Jobcenter interessant.