Mehr Jobs durch Niedriglöhne?
Die Reaktion der Arbeitgeber ließ nicht lange auf sich warten: Am Donnerstagvormittag veröffentlichte das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (IAB) eine Niedriglohn-Studie. Danach sind in Deutschland 24 Prozent der Beschäftigten Geringverdiener. Sie erhielten im Jahr 2010 weniger als 9,54 Euro pro Stunde. Damit sei der Niedriglohnsektor in Deutschland größer als in allen westlichen EU-Ländern, so die Forscher. Als Geringverdiener gelten Menschen, die weniger als zwei Drittel des nationalen mittleren Lohns erhalten.
Am frühen Nachmittag erklärte dann die Arbeitgebervereinigung BDA, dass der Befund eine erfreuliche Seite hat: „Der Aufbau von Beschäftigung im Niedriglohnbereich schlägt sich in zusätzlicher Beschäftigung und mehr Erwerbschancen vor allem für viele Langzeitarbeitslose nieder“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Genau das ist das Hauptargument der Befürworter von gering entlohnten Jobs: Der gewachsene Niedriglohnsektor war nötig, um Jobs zu schaffen. Aber stimmt das wirklich? Können Beschäftigungserfolge nicht auch anders erzielt werden? Um einer Antwort näher zu kommen, haben die IAB-Forscher 17 europäische Länder miteinander verglichen: Haben Länder mit vielen Geringverdienern eine höhere Beschäftigungsquote und weniger Arbeitslosigkeit? Doch die Forscher konnten keinen Zusammenhang feststellen.
So sind in Dänemark nur zehn Prozent der Beschäftigten Geringverdiener. Gleichzeitig ist die Beschäftigungsquote dort sogar noch ein bisschen höher als hierzulande. In Dänemark sind fast 76 Prozent der Menschen zwischen 20 und 64 Jahren erwerbstätig, in Deutschland ist die Quote ein Prozentpunkt niedriger.
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Umgekehrt gibt es in Polen und Litauen gemessen an den nationalen Einkommen viele Geringverdiener. Trotzdem haben relativ wenige Menschen einen bezahlten Job. http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/bundesagentur-fuer-arbeit-mehr-jobs-durch-niedrigloehne-,10808230,23826802.html
